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Die singenden Mönche



Einst lebten in einem kleinen Kloster, wenige aber sehr fromme Mönche. Ihr Herzenswunsch war es Gott in Liebe zu dienen. Das taten sie auch in ihrer Gemeinschaft sowie durch ihre Arbeit. Ja, diese Mönche waren zufrieden und glücklich, bis auf einen Kummer, der sie zu jedem Gottesdienst immer wieder ereilte. Denn keiner von ihnen konnte singen.
Alle Bemühungen, unzählige Übungsstunden brachten keine Besserung. Der Gesang unserer Mönche blieb ein einziges Gebrummel, welches im angrenzenden Dorf, wenn die Brüder besonders kräftig ihren Gesang pflegten, einigen Unmut bei den Bewohnern auslöste.

So vergingen die Jahre und Weihnachten stand wieder vor der Klostertür.
Eines Abends, als die Mönche ihre Messe feierten, klopfte es an der Pforte. Sogleich ging einer, um zu sehen, wer denn Einlass begehrte. Vor der Tür lag ein junger Mann völlig zerschunden - halb erfroren.
Die Mönche kümmerten sich unverzüglich um den Verletzten. Nach ein paar Tagen der guten Pflege kam der junge Mann wieder zu Kräften.
Da fragten ihn die Mönche, ob er mit zur Abendandacht kommen möchte. Der Gast willigte ein. Während der Andacht bemerkten die frommen Männer, welcher Schatz ihnen in dem Fremden zu Teil geworden war.
Der junge Mann hatte eine göttliche Gesangsstimme. Ihre Bitte, noch zu bleiben, um die Weihnachtsmesse gemeinsam zu feiern schlug er nicht aus. Dann war es endlich so weit. Die Mönche wussten gar nicht wo hin mit ihrer Freude, als die Kapelle mit wunderbare Tönen erfüllt war.

Ihr Herzenswunsch, Gott mit zauberhaften Tönen zu loben und zu preisen fand endlich Erfüllung. Kein Gebrummel, nein herrlicher Gesang. Mit einem breiten Lächeln legten sich die Mönche an diesem Heiligen Abend zur Ruhe. Aber ihr Lächeln wurde bald getrübt.
Ein Engel des Herrn erschien bei jedem der Mönche und sprach: Gott ist traurig, denn ihm hat euer Gesang gefehlt. Wieso d a s denn, fragte jeder Mönch? Der junge Mann hat doch so einmalig schön gesungen. Ja, sprach der Engel, aber des Fremden Gesang, diente der Pflege seiner Eitelkeit. Ihr hingegen habt immer mit Euren Herzen gesungen. Den Gesang Eurer Herzen hat Gott diese Weihnacht sehr vermisst.

Das war den Mönchen eine Lehre. Fortan brummelten sie aus voller Kehle, den Gesang ihrer Herzen.
Und jeder Ton war für Gott ein Ohrenschmaus.


Quelle:
Buch "Stillere Weihnacht", 9. Aufl. 2000, 230 S.,
ISBN: 978-3-85068-040-0, Verlag Ennsthaler, Steyr entnommen.

Text gekürzt und leicht verändert



Axel Dorr